schreibbar.

Abstrakte Kunst.

19. März 2009 · 1 Kommentar

Wie ihr im Beitrag über die Bestandteile einer wissenschaftlichen Arbeit habt lesen können, könnt ihr eurer Arbeit eine Kurzfassung bzw. ein Abstract beifügen.

Ihr fragt euch – falls ihr euch das fragt – zu Recht: Warum sollte ich das tun? Ist doch nur noch mehr Arbeit, und mein Prof bzw. meine Professorin muss doch eh die ganze Arbeit lesen.

Das ist wohl wahr. Aber sie oder er wird auch so ziemlich die einzige Person sein, die eure Arbeit von vorne bis hinten lesen wird. Ach nein, die Zweitgutachterin oder der Zweitgutachter werfen auch noch einen Blick darauf. Aber ansonsten wird sich eigentlich niemand gesteigert dafür interessieren, was ihr geschrieben habt. Und wenn euch das nicht stört und ihr keine Ambitionen habt, jemand anderen daran teilhaben zu lassen, dann braucht ihr auch wirklich kein Abstract zu schreiben. (Das ist jetzt ganz ernst und un-ironisch gemeint. Echt.)

Falls ihr aber vorhabt, euer Werk irgendwo einzureichen (im wahrscheinlichsten Fall wird es wohl für eine wie auch immer geartete Bewerbungssituation sein, für einen Job, für was auch immer) wird eure Arbeit durch Hände gehen, die sich zwar dafür interessieren, was darin steht, aber trotzdem erstmal keinen Nerv oder keine Zeit haben, sie durchzulesen. Für diese Hände (naja, sprechen wir lieber von Augen) ist das Abstract der Anhaltspunkt, nach dem sie sich richten. Und wenn das, was sie dort lesen, ihr Interesse weckt, werden sie sich weiter damit beschäftigen. Wenn nicht, legen sie die Arbeit weg.

Also, Stifte raus und hinter die Ohren geschrieben:

Das Abstract muss in der Lage sein, die in der Arbeit behandelte Ausgangslage, Problemstellung o. Ä., die Herangehensweise bzw. gewählte Methode der Bearbeitung und die erhaltenen Ergebnisse in aller Kürze, aber umfassend und treffend darzustellen.

Aber bloß nicht wie bei einem Klappentext zu einem Buch, einem Roman beispielsweise oder einer Familiensaga oder einem Psychothriller, wo nur angeteasert wird (ich bin saucool und kenne die geile Mediensprache, ey…) und der an der spannendsten Stelle aufhört, damit man neugierig wird und weiter liest. Nein, es muss einen kompletten Überblick über den Inhalt der Arbeit geben. Also auch über die „Auflösung“…

Bei dem Thema kann auch gleich mal noch eine andere Form der Kurzfassung angesprochen werden, die ihr damit auch direkt trainieren könnt, nach der ihr nämlich sicherlich spätestens Berufsleben irgendwann mal gefragt werden werdet. (Und dann könnt ihr in die Kamera lächeln wie die Toffifee-Frau in der Werbung und sagen: „Ja, hab ich!“) Es geht um das sogenannte “Management Summary”. Die ist dem Abstract eigentlich sehr ähnlich, ist allerdings ein bisschen umfangreicher.

Die Idee dahinter ist es, komplexe Aufträge, Berichte, Sachverhalte, Ziele etc. für entsprechende Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner in komprimierter Form darlegen zu können, und zwar mit einem handlungsorientierten Ansatz. Es sollen im Groben die Fragen “Was?”, “Wie?” und “Warum?” beantwortet werden. Für Personen, die im Team arbeiten, nahezu unerlässlich also solltet ihr solch eine Art der Arbeit anstreben, kann es nicht schaden, das zumindest schon mal gehört zu haben…

Ich wünsche eine geruhsame Nacht, bis die Tage!

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