Na, heute bin ich jawohl offensichtlich mal wieder in alberner Stimmung. Immer leicht zu erkennen an meinen geradezu unglaublich witzigen Überschriften…
Aber das soll nicht das Thema sein, sondern: Inhaltsverzeichnisse.
Und damit natürlich gleichzeitig die Gliederung bzw. Bezeichnung der Gliederungspunkte eurer Arbeit, denn daraus setzt sich ja euer Inhaltsverzeichnis zusammen.
Habt ihr schon mal eine Gliederung einer juristischen Facharbeit gesehen? (Ich nicht, aber ich habe mir davon erzählen lassen. Und da ich – im Gegensatz zu euch – keine wissenschaftliche Arbeit verfasse, darf ich mich einfach auf etwas beziehen, was ich nur vom Hörensagen kenne. Ätsch.) Also. Man munkelt, die Gliederungspunkte bei juristischen Arbeiten seien ungefähr so aussagekräftig wie ein Stück ungetoastetes Toastbrot. Es geht da ja meist um irgendwelche Klagen, die erst angestrebt werden, begründet werden, dann abgewiesen werden (mit Begründung natürlich), dann wieder aufgerollt und begründet usw. werden. Das heißt, die ganzen schmutzigen Einzelheiten der Klage sind für den Ablauf des ganzen Prozederes und damit auch für die Darstellung des Ganzen und damit auch für die Gliederung der Arbeit ziemlich irrelevant. Die werden dann im Kleingedruckten en detail dargestellt.
Bei euch aber sollte das anders aussehen. Euer Inhaltsverzeichnis soll sprechen.
(Uaaah, jetzt habe ich wieder diese schrecklichen Bilder im Kopf: Bruce Darnell, der um eure Arbeit herumstolziert und sagt: “Deine Inhaltverzeischnis müssen schprechen, Baby! Schpriesch mit mir, sexy Verzeischnis, schpriesch mit mir!”
)
Äh, wo war ich? Ach ja: Der Prüfer bzw. die Prüferin will beim Lesen eurer Gliederung bereits wissen, was ihr inhaltlich in den einzelnen Punkten bearbeitet. Aber natürlich dürft ihr nicht schon alles in der Überschrift verraten – es ist eine Gratwanderung…
Also:
- Macht euch vorher erstmal schlau, welches Ordnungsprinzip bei euch für die Gliederung vorgegeben ist; das numerische oder das alphanumerische:
- Numerisches System (oder Dezimalordnung):
1. xxx
1.1 xxx
1.2 xxx
2. xxx
2.1 xxx
2.2 xxx
2.2.1 xxx
2.2.2 xxx
2.3 xxxusw.
- Alphanumerisches System:
A. xxx
B. xxx
I. xxx
1. xxx
2. xxx
II. xxx
C. xxxusw.
- Numerisches System (oder Dezimalordnung):
- Die Gliederungspunkte müssen ausführlich, aber nicht zu detailliert sein.
- Der Inhalt muss sich daraus klar erschließen lassen (also nicht so austauschbare Bezeichnungen wie: “Problembeschreibung”, “Ausarbeitung”, “Schlussfolgerung” u.ä.).
- Sie sollten nicht zu lang sein (und vor allem keine Satzzeichen enthalten).
- Es dürfen keine “leeren” Gliederungspunkte entstehen; also kein Punkt 1., auf den sofort ein untergeordneter Punkt 1.1 folgt, ohne dass dazwischen irgendein Inhalt steht. Ebenso wenig darf zum Beispiel es einen Unterpunkt 2.1 geben, wenn dann kein Punkt 2.2 gibt. In jeder angefangenen Dezimalebene müssen also mindesten zwei Punkte existieren, sonst lohnt sich das Eröffnen der Ebene nicht.
Zum Schluss noch ein Wort zur Gliederungstiefe: Ein sich über zahlreiche Ebenen erstreckendes Gliederungssystem ist sicherlich beeindruckend und macht was her, aber es wirkt auch schnell ein bisschen, naja, gewollt. Posig. Lieber ein paar gut mit Inhalt gefüllte Gliederungsebenen, sagen wir mal so ca. drei oder, wenn es denn unbedingt sein muss und ihr verdammt gute Gründe dafür habt, maximal vier, aber wenn ihr mehr habt, solltet ihr eure Struktur und euren roten Faden noch mal überdenken.
4 Antworten bis hierher ↓
kb23 // 7. Januar 2009 um 22:16
Manchmal würde mich echt interessieren, wer genau von dem Team hinter den Beiträgen steckt
.
Zu den 3 Gliederungsebenen: Nicht umsonst gibt es in LaTeX von Haus aus nur section, subsection und subsubsection
schreibbar // 8. Januar 2009 um 09:21
… tja, auch die Schreibbar hat so ihre Geheimnisse
)
(Obwohl: Wenn ich mich recht entsinne, ist die Antwort irgendwo in den Tiefen des Blogs versteckt…
Zu LaTeX, dem Wunderwerk, wird hier sicherlich auch noch das ein oder andere Wort gepostet werden, wenn’s um das Thema der Literaturverwaltung geht – da muss/müssen die/der geheimnisvolle/n Autor/in/nen der Schreibbar
teilweise aber erstmal das eigene Wissen noch ein wenig auffrischen. Wir wollen ja keinen Unsinn erzählen – zumindest nicht zu viel…
(Herrje, das waren jetzt aber erstmal genug Smilies für mindestens.. ähm, naja, für ein paar Tage auf jeden Fall.)
Christian // 9. Januar 2009 um 13:52
>> Habt ihr schon mal eine Gliederung einer juristischen Facharbeit gesehen?
Eine Dissertation, die hatte ca. 10 Gliederungsebenen und ich durfte/musste sie setzen
Die Arbeit bestand also auf 400 Seiten nur aus Fußnoten und Überschriften.
Ich bin der Meinung, dass die meisten Arbeiten nicht mehr als 3 Ebenen benötigen, alles andere kann man über Spitzmarken usw. lösen.
Arbeiten im Umfang von ca. 100 Seiten mit 5 oder mehr Ebenen wirken oft sehr undurchdacht. Dann kommen noch zig Absätze dazu, mit möglichst großen Abständen, viele Fußnoten, eingerückte Zitate – und fertig ist das wissenschaftliche Luftgebilde
Aus Faulheit oder weil die anderen nicht besser sind, gibt’s dann trotzdem ne gute Note.
Zum Thema Literaturverwaltung hatte ich hier schon Mal ein paar Möglichkeiten aufgezählt: http://www.fernuni.me/wissenschaftliche-texte-schreiben/bibliografieren-und-literaturverwaltung.html
Wer noch mehr kennt oder anderer Meinung ist: Immer her damit!
schreibbar // 11. Januar 2009 um 18:15
Danke, Christian, für deinen Kommentar inkl. Link – die verlinkte Seite werde ich mir auf jeden Fall mal zu Gemüte führen, bevor ich mich hier zum Thema äußere
>> Wer noch mehr kennt oder anderer Meinung ist: Immer her damit!
Dem schließe ich mich einfach uneingeschränkt an
(…und schleiche mich jetzt schnellstens noch mal in den obigen Artikel – da hab ich doch tatsächlich grad einen kleinen Fehler entdeckt. Alarm!)