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Alles ist relativ… oder: Themenspecial „Technische Studiengänge“, Teil 1

20. November 2008 · Kommentar schreiben

Ein Wort an jene gerichtet, für die dieses Blog ganz ursprünglich, so von der Grundidee her eigentlich gedacht war (alle anderen: Ihr dürft natürlich auch mitlesen…):

Liebe Studierende technischer Studiengänge,

es liegt in der Natur der von euch gewählten Fachrichtung, dass die Arbeit, die ihr während des Studiums zu leisten habt, eher outputorientiert ist. Ihr müsst euch nicht, wie beispielsweise die Geisteswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler, mit hauptsächlich in geistigen Sphären anzusiedelnden Problemen und gedanklicher Interpretationsarbeit herumschlagen. Sondern ihr dürft euch mit konkreten Problemen und handfesten Lösungen auseinandersetzen.

Das ist mit Sicherheit auch nicht immer unbedingt einfach, aber – und hier kommt der Kern meiner Aussage – ihr habt beispielsweise beim Schreiben eurer wissenschaftlichen Arbeiten einen immensen Vorteil:

Während sich ein/e Studierende/r eines geisteswissenschaftlichen Studiengangs auf nichts weiter als die schriftliche Darstellung des bearbeiteten Themas konzentrieren muss, mehr noch: die schriftliche Darstellung beinahe schon die eigentliche Erfüllung der Aufgabe ist, habt ihr einen Bonus: Das Ergebnis eurer Arbeit ist meist jenseits der schriftlichen Darstellung seiner selbst zu finden. Das heißt: Ihr habt ein Ergebnis, das unabhängig davon existiert, was ihr darüber schreibt und wie ihr darüber schreibt. Um es ein bisschen konkreter zu machen (und um noch einen Doppelpunkt in diesem Absatz unterbringen zu können…): Ihr habt zum Beispiel ein Programm geschrieben, einen Apparat gebaut, ein Verfahren verbessert, einen Ablauf optimiert.

Ihr könnt also diese Tatsache geschickt einsetzen, wenn es um die Bewertung eurer Arbeit geht. Denn natürlich wird euer Prüfer oder eure Prüferin auf dem Schirm haben, dass es nicht unbedingt euer Hobby ist, euch schriftlich auszutoben, sondern dass ihr wahrscheinlich den Großteil eurer Mühe in die Lösung des eurer Arbeit zugrundeliegenden Problems investiert habt.

Kurz gesagt: Ist der Output gut, beispielsweise die Software, die ihr entwickelt habt, könnt ihr darauf bauen, dass die schriftliche Ausarbeitung und die Dokumentation der Entwicklung nicht ganz so drastisch in die Bewertung einfließen. (Umgekehrt heißt das natürlich auch, dass der schriftliche Teil eurer Arbeit in der Lage ist, Abzüge der Bewertung im „praktischen“ Teil eurer Arbeit aufzufangen. Falls die Stärken-Schwächen-Verteilung bei euch so herum gelagert sein sollte.)

Vielleicht könnt ihr das ja im Auge behalten – man raunte mir neulich zu (höchst vertraulich selbstverständlich), es könne nicht schaden. Vor allem, wenn ihr wisst, wo eure Stärken bzw. eure Schwächen liegen und ihr sie dann gezielt einsetzen könnt.

So, mit diesem exklusiven Supergeheimtipp verabschiede ich mich ins Wochenende zwar ist morgen erst Freitag, aber wie ich mich kenne, wird dies hier der letzte Beitrag für diese Woche sein. Man will ja auch nicht übertreiben, nicht wahr…? ;)

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